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Nicht nur Regen kann sauer sein: der Säure-Basen-Haushalt

Eine gesunde Ernährungsweise zeichnet sich aber nicht nur dadurch aus, dass man auf eine ausgeglichene Nahrungsmittelmenge und –Zusammensetzung achtet und ggf. sogar auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet. Sie zeichnet sich auch dadurch aus, dass Wirkungsweisen von Nahrungsmittel hinsichtlich ihrer Säurelast, die während der Verdauung / Verstoffwechselung entsteht, hinterfragt werden.

Aufgrund der lückenhaften Studienlage und der allgemein gängigen Lehrmeinung wird gerade dieses Thema vielerorts - und zum Teil auch widersprüchlich - diskutiert. Eindeutige wissenschaftliche Beweise, die die Hypothesen und die Praxisempfehlungen rund um den Säure-Basen-Haushalt stützen, stehen noch aus. Dennoch scheint es so, dass der Säure-Basen-Haushalt des Körpers und dessen Konstanz eine wichtige Rolle zu spielen scheint.

Das Verhältnis von Säuren und Basen wird mit Hilfe verschiedener Stoffwechselvorgänge annähernd konstant gehalten. Für das Gleichgewicht des Säure-Basen-Haushaltes ist der Blut- und Extrazellulärflüssigkeits-pH, eine konstante Körperkerntemperatur von etwa 37 Grad und eine optimaler Anteil gewisser gelöster Gase verantwortlich.

Die Messgröße für den Säure-Basen-Haushalt ist der pH*, der in den verschiedenen Organen und Körperflüssigkeiten wie Blut, Lymphe, Speichel oder Urin sehr unterschiedlich ausfallen kann. Im Magen herrscht im nüchternen Zustand zum Beispiel ein pH von 1 bis 2, im Dünndarm liegt er pH bei 5 bis 6, sodass Verdauungsprozesse optimal ablaufen können. Im Vergleich hierzu ist der pH in den meisten Körperzellen bei etwa 7 und im Blut bei 7,4. 

*pH-Werte um 7 gelten als neutral (Wasser hat z.B. 7), unter 7 als sauer und über 7 als alkalisch (basische Wirkung).

In verschiedenen Körperflüssigkeiten wie dem Blut, sollte der pH konstant gehalten werden. Schon kleine Verschiebungen können den Stoffwechsel stark beeinträchtigen. Geringe Schwankungen im Säure-Basen-Haushalt können durch ungünstige Ernährung, Stress, Krankheit oder Medikamente hervorgerufen werden.

Zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichtes bedient sich der Körper verschiedener Regulationsmechanismen. Überschüssige Säuren werden z. B. im Blut abgepuffert, mit dem Kohlendioxid über die Lungen abgeatmet oder mit Harnstoff über die Niere ausgeschieden.

Es gibt verschiedene Puffersysteme im menschlichen Körper:

  • Bikarbonatpuffer (extrazellulär)
  • Hämoglobinpuffer
  • Phosphatpuffer (intrazellulär und Harn)
  • Proteinpuffer im Plasma

Ist das Säure-Basen-Gleichgewicht auf Dauer gestört und fehlen basische Mineralsalze, sollen laut Theorie zunehmend Säuren im Bindegewebe (gilt als cellulitefördernd) und anderen Körpergeweben (Steigerung der Verletzungsanfälligkeit) abgelagert werden. Zusätzliche körperliche Symptome wie z.B. Müdigkeit, Lustlosigkeit, Konzentrationsstörungen oder Stressanfälligkeit können damit einhergehen. Man vermutet, dass eine ständige Übersäuerung des Körpers mitverantwortlich für viele Krankheiten ist : Neurodermitis, Magen-Darm Erkrankungen, Migräne, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder sogar Krebs.

Durch die vermehrte Pufferarbeit des Organismus soll es dann auch in anderen Systemen Probleme geben. Knochenabbau kann begünstigt werden, weil die ausgelöste basischen Phosphate sich nicht mit dem Kalzium verbinden und  Kalzium dann ausgeschieden wird. Die Folge sollt Osteoporose (Abnahme der Knochendichte) sein.

 

Wie kann eine Übersäuerung des Körpers erkannt werden?

Neben den oben genannten Symptomen ist eine Blut pH Messung das beste Mittel um dies herauszufinden. Ebenso kann eine Urin pH Messung grobe Auskunft über den Säurezustand des Körpers geben. Allerdings ist der Urin pH starken Schwankungen unterworfen. Hierzu sollte dieser über eine Woche mehrmals täglich mit Hilfe eines pH Streifens gemessen und notiert werden. Werte, die im Schnitt um pH 7 und drüber liegen sind wünschenswert. Liegt der pH-Wert jedoch größtenteils unter 6,5, spricht dies für eine zu hohe Säurebelastung.

Wird eine dauerhafte Übersäuerung angedeutet, können säurebildende Lebensmittel reduziert und basische Lebensmittel bevorzugt werden. Zusätzlich könnte mindestens 2 bis 3 Liter Wasser und/oder Kräutertee getrunken werden. Ggf. kann die Einnahme von basischen Salzen mit Hilfe eines Basenpulvers unterstützt werden. Ebenso können basische Körperbäder (pH-Wert > 8,5) mit mindestens 30 Minuten Dauer hilfreich sein. Sie fördern zudem auch die Regenration nach einem ausbelastenden Training.

Um eine Übersäuerung zu vermeiden bzw. einer chronischen Übersäuerung entgegen zu wirken, ist regelmäßige Bewegung und ein konsequente Nahrungsmittelumstellung aus basenspendenden Lebensmittel anzuraten.

  • Zu den basenspendenden Nahrungsmitteln gehören z.B.: Blatt- und Wurzelgemüse, Kartoffeln, Obst, Wildkräuter, Gewürzkräuter, rohe Milch, Wasser ohne Kohlensäure.Coaching (z.B. Gewichtsmanagement)
  • Zu den Nahrungsmitteln, die eine Übersäuerung fördern gehören z.B.: Fleisch, Innereien, Fisch, Käse, Eiweiß, Hülsenfrüchte, Spargel, Rosenkohl, Süßigkeiten, Zucker, Alkohol, Kaffe, Teigwaren und Fette.
 
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