Aufbau der Nahrung
Nahrung setzt sich aus Energie liefernden Bestandteilen und Ballaststoffen, unverdaulichen und nicht Energie liefernden Stoffen zusammen. Die Grundnährstoffe - auch Makronährstoffe genannt - sind Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Der Energiegehalt der Nahrungsgruppen beträgt ungefähr 4,1 kcal/g bei Kohlehydraten und Eiweißen, 7 kcal/g bei Alkohol und etwa 9,2 kcal/g bei Fett.

Kohlenhydrate (KH) bestehen aus so genannten Einfach- bzw. Mehrfachzuckern. Einfachzucker (Monosaccharide) sind beispielsweise Dextrose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Galaktose (Schleimzucker). Sie sind die am besten resorbierbaren Zucker. Sie stellen die Resorptionsform der Kohlenhydrate im Dünndarm dar.
Zu den Zweifachzuckern (Disaccharide) gehören beispielsweise Saccharose (Rohr- oder Rübenzucker, Glukose + Fruktose), Laktose (Milchzucker, Galaktose + Glukose) oder Malzzucker (Glukose + Glukose). Sie müssen für die Resorption zuerst in Monosaccharide aufgespalten werden. Ferner gibt es noch die Vielfachzucker (Polysaccharide; komplexe Kohlenhydrate), z.B. Stärke aus Getreide, Brot und Reis. Sie sind die wichtigsten Energielieferanten. Von Bedeutung sind vor allem Stärke (pflanzlich) und Glykogen (tierisch). Sie müssen vor ihrer Utilisation im Dünndarm in Monosaccharide aufgespalten werden (Enzyme der Speicheldrüsen, des Pankreas und der Darmwand).
Zellulose ist ebenfalls ein Vielfachzucker. Er kann vom Körper nicht aufgeschlossen werden und gelangt (als sog. Ballaststoff) ins Kolon. Dort verwerten ihn Bakterien (Produktion von Darmgasen und kurzkettigen Fettsäuren als Abbauprodukte).
Der menschliche Organismus wandelt die mit der Nahrung aufgenommen KH in Einfachzucker um, die wiederum zur Energiegewinnung und für die Gehirntätigkeit nötig sind. Ein Überschuss an KH wird in Fette umgewandelt und in Fettdepots gespeichert.
Fette kann man grob in verschiedene Untergruppen unterteilen. Zum einen in tierische Fette, z.B. in Butter, Schmalz, usw. . Tierische Fette können zudem Cholesterin und sog. "versteckte Fette" enthalten. Offene Fette sind leicht erkennbar (Butter, Margarine, Sahne, Milch, Käse, Speiseöle, Speck etc.). Versteckte Fette sind auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar (z.B. in Fleisch, oder Backwaren). Die zweite Gruppe sind Pflanzliche Fette (z.B. Kokosfett, und Palmfett). Sie enthalten kein Cholesterin.
Fette bestehen aus Verbindungen von Fettsäuren mit Glycerin.und sind der perfekte Energieträger. Daher bilden sie die Energiereserve des Körpers. Bestimmte Vitamine (A, D, E und K) sind z.B. fettlöslich und können somit nur in Verbindung mit Nahrungsfetten dem Körper zugänglich gemacht werden. Lipide sind wasserunlösliche Moleküle unterschiedlicher molekularer Struktur wie Glyceride (das klassische Fett besteht aus Triglyceriden), Phospholipide, Glycolipide, Cholesterin, Steroidhormone, Vitamine (A, D, E, K), Leucotriene.
Sogenannte ungesättigte Fettsäuren kommen in pflanzlichen Ölen vor. Sie enthaltenen leicht oxidierbare Doppelbindungen, die durch „Härtung“ verloren gehen können. Dadurch werden die Fette streichfähig und eignen sich zum Braten. Man spricht dann von gesättigten Fetten. Zu den ungesättigten Fettsäuren gehören auch die essentiellen Fettsäuren, die der Körper benötigt, aber nicht selbst herstellen kann. Omega-3-Fettsäuren haben einen schützenden Effekt bezüglich Herzinfarkt und Schlaganfall und senken in gewissem Maß den Blutdruck. Diese kommen hauptsächlich in vielen Meerestieren vor.
Cholesterin - Der "böse" Stoff? Es wird sowohl durch die Nahrung zugeführt, als auch vom Körper selbst in der Leber hergestellt. Es ist ein lebenswichtiger fettähnlicher Stoff, der im Bau von Zellmembranen und in der Herstellung von Gallensäure, Vitamin D und in der Produktion vieler Hormone benötigt wird. Die Speicherform von Cholesterin in Fettröpfchen ist Cholesterinester (vollständig wasserunlöslich). Mit Hilfe der Trägersubstanzen LDL* und HDL** kann Cholesterin transportiert werden. In höheren Konzentrationen neigt LDL dazu, sich an den Wänden der Blutgefäße abzusetzen und scheint somit eine ateriosklerotische Wirkung zu haben. Das HDL transportiert Cholesterin in die Leber, wo es dann verarbeitet und abgebaut wird, diesem wird ein anti-ateriosklerotischer Effekt zugeschrieben.
* "Low density lipoprotein" ** "High density lipoprotein"
Eiweiße bilden die dritte Hauptgruppe. Hierzu gehören Proteine, die aus vielen Aminosäuren zusammengesetzt sind. Hauptvorkommen sind beispielsweise Fleisch, Fisch, Milch, Käse und Ei. Proteide sind Eiweiße, die zusätzliche Bestandteile enthalten (Beispiel: Hämoglobin enthält Häm mit Eisen). Peptide sind kurze Aminosäurensequenzen (Beispiele: Peptidhormone, wie ACTH oder MSH). Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweiße. Einige Aminosäuren können vom Körper selbst synthetisiert werden, andere dagegen nicht. Hier unterscheidet man ebenfalls „essentiell" und nicht „essentiell“. Zu den essentiellen Aminosäuren gehören: Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Valin, Phenylalanin, Threonin, Thryptophan, Arginin, Histidin). Die nicht essentielle Aminosäuren sind: Alanin, Asparaginsäure, Zystein, Glutaminsäure, Prolin, Hydroxyprolin, Glycin, Serin, Tyrosin.
Alkohol gehört u.E. eher zu den Genussmitteln (!) und weniger zu den Nahrungsmitteln (!) dennoch bildet es die vierte Hauptgruppe. Bei dem - für den Menschen verträglichen - Alkohol, handelt es sich um Äthanol. Er liefert 7,1 kcal/g, und sollte gar nicht oder nur in sehr geringer Menge verzehrt werden. Der tägliche Konsum von etwa 0,25l Wein oder 1l Bier ist als grenzwertig und als abhängigkeitsfördernd einzustufen. Zwar wird dem regelmäßigen und vor allem maßvollen Konsum von Rotwein ein Anti-ateriosklerotischer Effekt zugeschrieben, eine tägliche Zufuhrempfehlung gibt es dennoch nicht, da die negativen Effekte die positiven übersteigen.
Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die aus aus faserige Pflanzenbestandteilen bestehen. Im Kolon können sie dagegen von Bakterien zersetzt werden.
Ballaststoff-Gehalt von Nahrungsmitteln (Angaben grob, pro 100 g):
- Viel: Weizenkleie: 45 g, Bohnen, weiß: 23 g, Blumenkohl: 26 g, Sojabohnen: 22 g, Erbsen:17 g, Linsen: 17 g, Karotten: 12 g.
- Mäßig bis wenig: Mais: 10 g, Vollkornbrot: 8 g, Vollkornnudeln: 8 g, Reis: 5 g.
Obschon sie keine energieliefernden Nährstoffe darstellen, haben sie folgende positive Wirkungen. Durch Füllung des Magens verursachen sie ein Sättigungsgefühl, binden Wasser an sich, erhöhen das Stuhlvolumen und die Darmtätigkeit. Weiterhin sind sie in der Lage bestimmte Bestandteile des Darminhalts an sich zu binden, so z.B. von Cholesterin, Gallensalzen und Toxine (Medikamente). Sie bewirken damit indirekt eine Senkung des Cholesterinspiegels im Blut. Nachgewiesener Maßen trägt eine ballaststoffreiche Ernährung zu Verminderung der Herzinfarktrisikos sowie zur Senkung des Darmkrebsrisikos bei. Die DGE gibt daher die Empfehlung täglich etwa 30 g Ballaststoffe zu zuführen. Die Realität in deutschen Haushalten beträgt allerdings etwa die Hälfte der geforderten Menge.

